Mönchspfeffer – Die Pflanze mit besonderer Wirkung

Was ist Mönchspfeffer

Der Mönchspfeffer ist eine Pflanzenart, die wegen ihrer natürlichen Auswirkungen auf den menschlichen Hormonhaushalt geschätzt wird. Bei Frauen wird die Heilpflanze vor allem zur Linderung von Beschwerden rund um die Menstruation eingesetzt, während sie bei Männern die Libido fördern kann.

Woher kommt Mönchspfeffer

Anhand verschiedener Überlieferungen zeigt sich, dass der Mönchspfeffer als Heilpflanze bereits seit vielen Jahrhunderten in Gebrauch ist. Im antiken Griechenland wurde er beispielsweise als Symbol der Keuschheit betrachtet und wird in diesem Zusammenhang sogar in der “Ilias” von Homer erwähnt.

Im Mittelalter verzehrten Nonnen und Mönche die Früchte als Anaphrodisiakum, um ihr Keuschheitsgelübde leichter wahren zu können. Zugleich schätzte man den würzigen Geschmack der Steinfrüchte für die Zubereitung von Speisen. Diese Ähnlichkeit zum gemeinen Pfeffer und die Verwendung in den Klöstern brachte der Pflanze ihren heutigen Namen ein – Mönchspfeffer. Weiterhin kennt man ihn auch unter den Bezeichnungen Liebfrauenbettstroh, Keuschlamm und Abrahamstrauch.

Wie wird Mönchspfeffer angebaut?

Der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) gehört zur Gattung Vitex in der Familie der Lippenblütler. Die bis zu vier Meter hohen Sträucher wachsen vornehmlich in subtropischen bis gemäßigt warmen Klimazonen, meist in der Nähe von Flüssen oder Küstengebieten.

Beheimatet ist der Mönchspfeffer unter anderem in den Ländern rund um das Mittelmeer sowie in Zentral- und Südwestasien. Auf Mönchspfeffer basierende Produkte stammen meist aus Marokko oder Albanien.

In Deutschland gehört der mehrjährige Strauch mit seinen farbigen Blüten und aromatischen Blättern häufig auch zu den Spätblühern in Kleingärten. Ein großflächiger Anbau ist in Zentraleuropa aufgrund des Klimas jedoch nicht rentabel.

Inhaltsstoffe des Mönchspfeffers

Die Wirkungskraft des Mönchspfeffers steckt in den Früchten der Pflanze. Diese sind etwa 2-3 mm groß und ähneln mit ihrer runden Form und schwarzen Färbung Pfefferkörnern.

Das der Mönchspfeffer schon seit Jahrhunderten als Heilpflanze zählt, ist der Zusammensetzung dieser Steinfrüchte zu verdanken. Sie enthalten:

  • Alkaloide;
  • Flavonoide;
  • Iridoide;
  • ätherisches Öl (Cineol);
  • Iridoidglykoside;
  • Gerbstoffe.

    Mönchspfeffer Wirkung

    Die reifen Früchte des Mönchspfeffers können in getrocknetem Zustand den Hormonhaushalt auf verschiedene Weisen beeinflussen und regulieren.

    Hierzu gehört unter anderem ein hemmender Effekt, den Mönchspfeffer auf das Hormon Prolaktin im Gehirn hat. Diese Wirkung entsteht dadurch, dass die Inhaltsstoffe der Pflanze bestimmte Andockstellen von Dopamin, einem Nervenbotenstoff, in der Hypophyse stimuliert.

    Mönchspfeffer als medizinisch anerkannte Heilpflanze.

    Diese Wirkung des Mönchspfeffers ist medizinisch bestätigt, jedoch fehlen nach wie vor fundierte Studien zu den genauen Eigenschaften und Effekten der Heilpflanze bei verschiedenen Krankheitsbildern. Prinzipiell ist das medizinische Interesse am Mönchspfeffer darin begründet, dass er die Regulierung des Hormonhaushalts auf natürliche und somit nachhaltige und ganzheitliche Weise übernimmt.

    Mönchspfeffer bei unerfülltem Kinderwunsch

    Während das Hormon Prolaktin während der Schwangerschaft und Stillzeit wichtig ist, so kann ein erhöhter Prolaktinwert bei einem noch unerfülltem Kinderwunsch eher hinderlich sein. Das Hormon kann unter Umständen die Fruchtbarkeit der Frau beeinflussen, indem es den Eisprung verhindert. Der Mönchspfeffer kann diese Wirkung hemmen.

    Weiterhin kann die Pflanze die Bildung des Gelbkörperhormons (Progesteron) fördern, welches die Gebärmutterschleimhaut auf das Einnisten einer befruchteten Eizelle einstellt.

    Durch diese Wirkungen kann der Mönchspfeffer die Fruchtbarkeit und damit das Schwangerwerden begünstigen (1). Es ist allerdings kein Effekt zu erwarten, wenn der Eisprung ganz ausbleibt.

    Mönchspfeffer bei Frauenleiden

    Eines der bekanntesten Anwendungsfelder des Mönchspfeffers sind Rhythmusstörungen der Monatsblutung. Ist die Regelblutung unregelmäßig, zu selten oder zu häufig, so kann die Heilpflanze regulierend wirken (2).

    Aus diesem Grund wird auch häufig die Einnahme von Mönchspfeffer zu Beginn der Wechseljahre empfohlen, wenn die Menstruation zunehmend irregulär auftritt. Zudem zeigte eine israelische Studie, dass Mönchspfeffer eine positive Wirkung auf weitere Beschwerden der Menopause wie beispielsweise verstärktes Schwitzen oder Hitzewallungen haben kann. (3)

    Mönchspfeffer wird auch zur Behandlung des prämenstruellen Syndroms eingesetzt. (4) Man vermutet erhöhte Prolaktinwerte als eine der Ursachen für Spannungsgefühle in der Brust (Mastodynie) und Niedergeschlagenheit. Durch die hemmende Wirkung des Mönchspfeffers auf die Hormonbildung können die Beschwerden vor der Menstruation gelindert werden.

    Mönchspfeffer zur Steigerung der Libido bei Männern

    Bei Männern kann eine Senkung des Prolaktinspiegels durch Mönchspfeffer dazu führen, dass die Libido gesteigert wird. Zudem lassen sich dadurch auch Erektionsstörungen behandeln.

    Ausgleich eines hormonellen Ungleichgewichts bei Tieren

    Ähnlich wie beim Menschen kann Mönchspfeffer auch bei Tieren wie Katzen, Hunde und Pferde für eine Regulierung des Hormonhaushalts sorgen. Hierfür werden spezielle Präparate unter das Tierfutter gemischt.

    So können die Inhaltsstoffe der Pflanze beispielsweise zur Behandlung des Equinen Cushing Syndroms (ECS) bei Pferden eingesetzt werden. (5)

    Weitere mögliche Anwendungsfelder von Mönchspfeffer

    • Akne;
    • Ekzeme und Hautreizungen;
    • Rosazea;
    • Schwache Libido der Frau;
    • Anregung der Bildung von Muttermilch;
    • Schützende Wirkung für die Knochen bei Männern (6).

    Mönchspfeffer einnehmen

    Die reifen Früchte des Mönchspfeffers sind zum einen in getrockneter Form sowie als wässrig-alkoholische Auszüge in diversen Produkten und Präparaten erhältlich.

    Da die Konzentration der Inhaltsstoffe in den Früchten selbst variieren kann, wird eine Einnahme in Form von geprüften Fertigarzneimitteln empfohlen. Dazu gehören:

    • Tabletten;
    • Kapseln;
    • Tropfen;
    • Salben;
    • Tees auf Grundlage der getrockneten Früchte der Pflanze
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    Wichtiger Hinweis:

    Flüssige Präparate basieren meist auf hochprozentigem Alkohol.

    Mönchspfeffer Dosierung

    Die exakte Dosierung ist von dem jeweiligen Präparat abhängig und kann der Packungsbeilage entnommen werden. Empfehlungen diesbezüglich variieren zudem enorm mit dem zu behandelnden Krankheitsbild. Bei der Linderung des prämenstruellen Syndroms setzte eine deutsche Studie beispielsweise eine tägliche Dosierung von 20 mg voraus (7). Fertigarzneimittel in Form von Tabletten und Kapseln sollen meist ein bis drei Mal täglich eingenommen werden.

    Bis die Effekte des Mönchspfeffers einsetzen, können mitunter mehrere Wochen vergehen. Für eine gute Wirkung ist bei vielen Beschwerden daher eine längere Einnahme der Arzneipflanze in Absprache mit dem behandelnden Arzt ratsam.

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    Mönchspfeffer Nebenwirkungen

    Eine toxischen Wirkung des Mönchspfeffers ist laut derzeitigem Erkenntnisstand nicht zu vermuten.

    Da Mönchspfeffer die das Hormon Prolaktin und damit die Milchbildung hemmt, wird empfohlen, die Heilpflanze nicht während Schwangerschaft und Stillzeit einzunehmen.
    Weiterhin sollte bei hormonell bedingten Krankheiten wie beispielsweise bei diversen Arten von Brustkrebs oder Endometriose auf eine Einnahme verzichtet werden, da diese negativ beeinflusst werden könnten.

    Wechselwirkungen mit Mönchspfeffer können bei Medikamenten auftreten, die Dopamin-Antagonisten oder Dopamin-Agonisten enthalten.

    Zu anderen möglichen Nebenwirkungen gehören:

    • Kopfschmerzen;
    • Schwindel;
    • Hautauschläge und Juckreiz;
    • Magen-/Darmbeschwerden;
    • Schluckbeschwerden;
    • Libidoverlust;
    • Gewichtszunahme.

    Vor einer Behandlung von Beschwerden mit Mönchspfeffer ist es ratsam, den behandelnden Arzt hinsichtlich möglicher Neben- und Wechselwirkungen zu konsultieren. Bei starken Negativeffekten sollte die Einnahme des Präparats zunächst ausgesetzt werden.

    Mönchspfeffer kaufen

    Mönchspfeffer Präparate können rezeptfrei in der Apotheke oder in spezialisierten Online-Shops erworben werden. In der Schweiz sind die Arzneimittel basierend auf der Heilpflanze hingegen nicht zugelassen.

    Beim Kauf sollte das Produkt gemäß der gewünschten Behandlung gewählt werden. Soll die Wirkung des Mönchspfeffers beispielsweise gegen Hautreizungen eingesetzt werden, so eignet sich hierfür eine entsprechende Salbe. Bei Frauenleiden oder Kinderwunsch empfiehlt sich hingegen eher die Einnahme von Tabletten, Tropfen oder Kapseln bzw. der regelmäßige Konsum von Tee aus den Samen des Mönchspfeffers.

    Weiterführende Links
    Referenzen & Studien zum Thema Mönchspfeffer
    1. Westphal, L. M.; Polan, M. L.; Trant, A. Sontag (2006): Double-blind, placebo-controlled study of Fertilityblend. A nutritional supplement for improving fertility in women. In: Clinical and experimental obstetrics & gynecology33, S. 205–208. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17211965
    2. Ludwig M. Vitex agnus castus. Klinische Anwendung. Gynäkologische Endokrinologie, 2009, 7(1), 33-38. https://pdfs.semanticscholar.org/b48f/ac842ee47e3397060ff6904c65d9ff6d5ba3.pdf
    3. Rotem, Carmela; Kaplan, Boris (2007): Phyto-Female Complex for the relief of hot flushes, night sweats and quality of sleep. Randomized, controlled, double-blind pilot study. In: Gynecological endocrinology : the official journal of the International Society of Gynecological Endocrinology 23, S. 117–122. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17454163
    4. Berger D., Schaffner W., Schrader E., Meier B., Brattsträm A. Efficacy of Vitex agnus castus L. extract Ze 440 in patients with pre-menstrual syndrome (PMS). Arch Gynecol Obstet, 2000, 264, 150-153. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11129515
    5. Bradarić, Zrinjka (2012): Untersuchung zum Equinen Cushing Syndrom und Prüfung der Wirksamkeit von Vitex agnus-castus (Mönchspfeffer) bei der Behandlung des Equinen Cushing Syndroms. [Diss. med. vet.]. https://refubium.fu-berlin.de/discover?filtertype_0=mycoreId&filter_relational_operator_0=equals&filter_0=FUDISS_derivate_000000011505
    6. Šošić-Jurjević, Branka; Ajdžanović, Vladimir; Filipović, Branko; Trifunović, Svetlana; Jarić, Ivana; Ristić, Nataša; Milošević, Verica (2016): Functional morphology of pituitary -thyroid and -adrenocortical axes in middle-aged male rats treated with Vitex agnus castus essential oil. In: Acta histochemica 118 (7), S. 736–745. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S006512811630126X?via%3Dihub
    7. Schellenberg, Ruediger; Zimmermann, Christian; Drewe, Jürgen; Hoexter, Godehard; Zahner, Catherine (2012): Dose-dependent efficacy of the Vitex agnus castus extract Ze 440 in patients suffering from premenstrual syndrome. In: Phytomedicine : international journal of phytotherapy and phytopharmacology 19, S. 1325–1331. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23022391
    8. Bild 4 & Bild 5 – liesvanrompaey; CC BY 2.0; Titel: Vitex agnus-castus 01 05 & Vitex agnus-castus 01 04
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