CBD-ÖL – Medizinisches Wundermittel?

Was ist CBD-Öl

CBD-Öl wird aus der Hanfpflanze gewonnen und basiert auf dem Wirkstoff Cannabidiol (abgekürzt CBD). Aufgrund seiner Herkunft wurde es fälschlicherweise für lange Zeit mit Marihuana in Zusammenhang gebracht. Tatsächlich hat CBD-Öl aber keinerlei berauschende Wirkung. Durch seine positive Effekte auf die Gesundheit erfreut es sich immer größerer Beliebtheit als Nahrungsergänzungsmittel.

Unterschied zu Marihuana

Der wohl größte Unterschied zwischen CBD-Öl und Marihuana besteht darin, dass der hauptsächlich in CBD-Öl enthaltene Wirkstoff Cannabidiol keine psychoaktive Wirkung hat. Das in Marihuana enthaltene Tetrahydrocannabinol (THC) hingegen schon.

CBD-Öl hat nur äußerst geringe THC-Werte. Dadurch verursacht es keinerlei berauschende Wirkung oder toxische Schäden der menschlichen Psyche. Es ist legal im Handel erhältlich.

Unterschied zu Hanföl

Während Hanföl aus den Samen der Hanfpflanze gewonnen wird, entsteht CBD-Öl aus der grünen Pflanze selbst. Eine weitere Differenz zwischen den beiden besteht in ihrer Verwendung. Hanfsamenöl wird hauptsächlich wegen seiner Eigenschaften als Speiseöl in einer ausgewogenen Ernährung geschätzt. CBD-Öl bringt man hingegen häufig mit seiner medizinischen Wirkung in Verbindung.

Geschichte des CBD-Öls

Die Hanfpflanze zählt zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschheitsgeschichte. Als Rohstoff für Papier, Kleidung oder Seile wurde die Hanffaser schon vor 10.000 Jahren genutzt. Nachdem man viele Jahrhunderte von den positiven Effekten und Produkten der Pflanze profitierte, begannen im 20. Jahrhundert erste Bestrebungen, Cannabis mit harten Drogen gleichzusetzen. Seitdem wurde auf vielen Ebenen versucht, auf die Unterschiede zwischen Rauschhanf und Nutzhanf aufmerksam zu machen. In Deutschland ist der Anbau von Letzterem erst seit 1996 wieder unter strikten Auflagen erlaubt.

Herstellung

Bei der Gewinnung von CBD-Öl wird aus den Blättern und Blüten der Cannabis sativa, einer EU-zertifizierten Nutzhanfpflanze, das Cannabinoid extrahiert. Hierfür können verschiedene Verfahren zum Einsatz kommen, wovon die sogenannte superkritische CO2-Extraktion die gebräuchlichste Variante ist.

Bei diesem Verfahren wird mit Hilfe von Druck- und Temperaturschwankungen die Essenz schonend und effizient aus der Pflanze gelöst. Das gewonnene Extrakt enthält einen hohen Anteil an Cannabidiol und nur sehr geringe Anteile an THC. Anschließend wird es mit einem Träger-Öl versetzt. Hierfür kommen beispielsweise Hanfsamenöl, Kokosnussöl oder Olivenöl in Frage.

Inhaltstoffe

Die genauen Inhaltsstoffe von CBD-Öl können mit dem Extraktionsverfahren und dem bei der Herstellung verwendeten Trägeröl leicht variieren. In der Regel sind im CBD-Öl aber mehrere Cannabinoide enthalten, von denen der menschliche Körper die meisten in seinem Endocannabinoidsystem nicht selbst produzieren kann. Dazu gehören u.a. CBD, CBDa, CBN und CBG.

Weitere Bestandteile von CBD-Öl sind:

 

  • Aminosäuren
  • Chlorophyll
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Vitamine B1, B2 und E
  • Terpene
  • Flavanoide
  • Mineralien wie Kupfer, Eisen, Phosphor, Zink und Magnesium

    Wirkung & Anwendung

    Mit der Rückkehr des Nutzhanfes und daraus gewonnener Produkte rückte vor allem das CBD-Öl in den Fokus medizinischer Studien. Noch müssen viele Erkenntnisse erst anhand von Langzeitstudien verifiziert werden. Tatsächlich wird dem Öl aber eine positive Wirkung auf eine Vielzahl von Beschwerden und Krankheiten zugeschrieben.

    Die im CBD-Öl enthaltenen Cannabinoide können zum Beispiel wie folgt wirken:

     

    • antioxidativ
    • schmerzlindernd
    • angstlösend
    • entzündungshemmend

    Diese Effekte werden durch andere wertvolle Inhaltsstoffe wie ungesättigte Fettsäuren und Aminosäuren zusätzlich verstärkt. Im medizinischen und therapeutischen Bereich gibt es daher sehr vielfältige Einsatzmöglichkeiten für CBD-Öl.

    CBD-Öl bei Hautproblemen

    Die entzündungshemmende Wirkung von Cannabinoiden (2) kann positive Effekte auf Hauterkrankungen wie beispielsweise Neurodermitis, Akne, Ausschläge oder atopische Dermatitis haben. Es kann zudem feuchtigkeitsspendend wirken und dadurch Hautalterung vorbeugen.

    CBD-Öl gegen Krebs

    Immer mehr Studien beschäftigen sich damit, dass Krebspatienten vom regelmäßigen Konsum von CBD-Öl profitieren können. Erste Erfolge zeigten sich beispielsweise bei der Behandlung der Symptome von Hirntumoren (1). Auf diesem Gebiet muss aber zunächst noch eine stärkere Differenzierung der Wirkung von Cannabidiol bei diversen Krebserkrankungen erfolgen.

    CBD-Öl bei psychischen Problemen und Erkrankungen

    Die beruhigenden, angstlösenden und antipsychotischen Effekte von CBD-Öl können bei der Therapie einer Reihe von psychischen Beschwerden helfen. Es kann Schlaflosigkeit, Angststörungen (3) und Depressionen mildern, indem es den körpereigenen Endocannabinoid Haushalt beeinflusst. Hierdurch ist möglich, dass weniger Stresshormone ausgeschüttet und so negative Gefühle reguliert werden.

    CBD-Öl bei Diabetes

    Erste Studien zur Wirkung von CBD-Öl bei Diabetes-Patienten (4) haben gezeigt, dass die Einnahme von CBD-Öl den Blutzucker senken kann. Zudem ist ein weiterer möglicher Effekt des Cannabidiols die Anregung der Insulinproduktion bei Menschen mit Typ-2-Diabetes. Dadurch geht man davon aus, dass CBD-Öl eine effektive Ergänzung in der Prävention und Behandlung von Diabetes sein kann.

    CBD-Öl gegen Nikotinsucht

    Bei einer Londoner Studie konnte festgestellt werden, dass die Einnahme von CBD-Öl bei der Raucherentwöhnung unterstützend sein kann. Durch seinen Einfluss auf das menschliche Endocannabinoid-System kann es hemmend und beruhigend wirken. Entzugserscheinungen können dadurch gelindert werden.

    Weitere medizinische Anwendungsgebiete sind unter anderem:

     

    • Epilepsie
    • Rheuma
    • Migräne
    • Übergewicht
    • Alzheimer
    • Schmerzen
    • Fibromalgie
    • Multiple Sklerose
    • Morbus Crohn
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    Wichtiger Hinweis:

    Auch wenn CBD-Öl ein natürliches Produkt ist, ist vor allem beim zeitgleichen Einsatz mit anderen Medikamenten eine vorherige Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ratsam.

    CBD-Öl kaufen

    Durch die vielen Vorurteile gegenüber der Nutzung der Hanfpflanze besteht häufig auch Unsicherheit, ob der Konsum von CBD-Öl in Deutschland legal ist. Das Betäubungsmittelgesetz verbietet jene Cannabis-Produkte, deren THC-Gehalt über 0,2 Prozent liegt. Auf CBD-Öl trifft das nicht zu, weshalb es frei und legal erhältlich ist. Am geläufigsten ist das Bestellen über entsprechende Online-Shops. Spezielle Fachgeschäfte, Apotheken und Reformhäuser können das Öl ebenfalls führen.

    Konsum von CBD-Öl

    CBD-Öl verursacht keine Abhängigkeit

    Aufgrund des äußerst niedrigen THC-Gehalts verursacht das in CBD-Öl enthaltene Cannabidiol keine Abhängigkeit. Ebenso wenig ruft es Psychosen hervor. Ganz im Gegenteil wird sogar in gegenwärtigen Studien versucht, eine nach ersten Untersuchungen vermutete antipsychotische Wirkung von CBD-Öl weiter zu untermauern (6).

    Das Fahren nach Einnahme von CBD-Öl ist unbedenklich

    Da in CBD-Öl kaum THC enthalten ist und keine Rauschzustände hervorgerufen werden, beeinträchtigt es nicht die Verkehrstüchtigkeit. Somit bestehen beim Konsum keinerlei Bedenken hinsichtlich dem Bedienen von Maschinen und dem Fahren im Straßenverkehr.

    Auch juristische Konsequenzen müssten nach der Einnahme nicht befürchtet werden. CBD-Öl ist ein völlig legales, pflanzliches Mittel, das auch im Falle eines Urintests nicht angezeigt wird. Die darin enthaltenen THC-Werte sind so verschwindend gering, dass die Essenz nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fällt.

    CBD-Öl und Nebenwirkungen

    Prinzipiell kann CBD-Öl als Nahrungsergänzungsmittel oder medizinischer Wirkstoff bedenkenlos eingenommen werden. Es kann bei der Einnahme von CBD-Öl zwar unter Umständen zu Nebenwirkungen kommen. Diese werden aber meist als gering und harmlos eingeschätzt. Dazu zählen:

    • Trockener Mund;
    • Durchfall;
    • Schlafprobleme;
    • Niedriger Blutdruck
    • Appetitlosigkeit.
    Häufig sind diese Nebenwirkungen aber auf die Dosis bzw. Eingewöhnung auf den Wirkstoff zurückzuführen und lassen sich schnell beheben. Auch in großen Mengen konsumiert wirkt CBD-Öl nicht giftig.

    Gegenanzeigen für die Einnahme von CBD-Öl werden derzeit noch wissenschaftlich erforscht, da es hierfür noch nicht genügend Belege gibt. Vorsorglich rät man aber in folgenden Fällen von der Einnahme von CBD-Öl ab bzw. zu einer genaueren Konsultation mit dem behandelnden Arzt:

    • Bei Leberschschäden;
    • In der Schwangerschaft;
    • Bei Glaukom-Patienten;
    • Bei ein Parkinson-Erkrankung.
    Wechselwirkungen von CBD-Öl

    Bestimmte Medikamente und Wirkstoffe reagieren im menschlichen Körper mit Cannabidiol, wodurch es zu positiven und negativen Wechselwirkungen kommen kann. Das kann sich zum Beispiel darin äußern, dass die Effekte von Medikamenten durch die Einnahme von CBD-Öl verstärkt oder reduziert werden können. Im Zweifelsfall bzw. bei ernsthaften Erkrankungen ist deshalb eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt notwendig.

    Dosierung von CBD-ÖL und Anwendungsformen

    Die exakte Dosierung von CBD-Öl ist von verschiedenen Variablen abhängig. Dazu zählen zum Beispiel das genaue Krankheitsbild, die gewünschten Effekte und andere eingenommene Medikamente. Grundsätzlich ist empfehlenswert, mit einer niedrigen Dosierung zu beginnen und diese langsam zu steigern.

    Die gängigste Form der Einnahme von CBD-Öl sind Tropfen. Diese sind in der Regel mit einer CBD-Konzentration von 5%, 10%, 15% oder 20% erhältlich. Ein Tropfen kann demnach zwischen 0,7 und 6,5 ml des Wirkstoffs Cannabidiol enthalten. Langfristige und detaillierte Studien zu Dosierungsempfehlungen stehen noch aus. Empfohlene Startwerte liegen häufig bei 5 mg CBD täglich.

    Wenn der Geschmack des CBD-Öls nicht gefällt, so sind damit befüllte Hartkapseln zum Schlucken eine denkbare Alternative. Diese sind unter anderem in der Konzentration von 100 mg, 300 mg, 1.000 mg und 1.5000 mg zu erwerben. Eine häufig genannte Startdosis wären hier 300 mg täglich.

    Weiterhin existieren für die Behandlung der Haut spezielle Cremes und Salben auf Grundlage des CBD-Öls. Für die Rauchentwöhnung gibt es sogar spezielle CBD-Öl-Mischungen für Vaporizer, jedoch gelten hierbei die allgemeinen gesundheitlichen Bedenken für die Nutzung von Vaping Pens.

    Weiterführende Links
    Referenzen & Studien zum Thema CBD-Öl

    (1) Russo EB. Cannabis Therapeutics and the Future of Neurology. Front Integr Neurosci. 2018 Oct 18;12:51 – https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fnint.2018.00051/full

    (2) Nagarkatti, Prakash, et al. „Cannabinoids as novel anti-inflammatory drugs.“ Future medicinal chemistry 1.7 (2009): 1333-1349. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20191092

    (3) J. 2019;23:18–041. doi:10.7812/TPP/18-041. Cannabidiol in Anxiety and Sleep: A Large Case Series. Perm. Shannon S, Lewis N, Lee H, Hughes S.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30624194

    (4)  Division of Medical Sciences & Graduate Entry Medicine, School of Medicine, University of Nottingham, Derby, U.K.mSt. Pancras Clinical Research, London, U.K. School of Pharmacy, Centre for Analytical Bioscience, University of Nottingham, Nottingham, U.K. 4Department of Life Sciences, Research Centre for Optimal Health, University of Westminster, London, U.K. GW Pharmaceuticals, Cambridge, U.K. NIHR Oxford Biomedical Research Centre, Oxford Centre for Diabetes, Endocrinology & Metabolism, Churchill Hospital, Oxford University Hospitals NHS Foundation Trust, Oxford, U.K. Published October, 2016. Retrieved April 10, 2018. Efficacy and Safety of Cannabidiol and Tetrahydrocannabivarin on Glycemic and Lipid Parameters in Patients With Type 2 Diabetes: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled, Parallel Group Pilot Study | Diabetes Care. Khalid A. Jadoon, Stuart H. Ratcliffe, David A. Barrett, E. Louise Thomas, Colin Stott, Jimmy D. Bell, Saoirse E. O’Sullivan and Garry D. Tan. 

    https://care.diabetesjournals.org/content/39/10/1777.long

    (5) Cannabidiol reduces cigarette consumption in tobacco smokers: preliminary findings. Clinical Psychopharmacology Unit, University College London, London, UK. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23685330

    (6) Department of Psychiatry, LWL University Hospital, Ruhr-University Bochum, Alexandrinenstr. 1-3, 44791 Bochum, Germany, Roser P1, Haussleiter IS, 2012, „Antipsychotic-like effects of cannabidiol and rimonabant: systematic review of animal and human studies“ https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=Antipsychotic-like+Effects+of+Cannabidiol+and+Rimonabant%3A+Systematic+Review+of+Animal+and+Human+Studies

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